Sind hinsichtlich der Techniken, die nötig wären,
ein maßgeschneidertes Baby" zu erzeugen,
die Gesetze in verschiedenen europäischen Ländern
unterschiedlich - oder sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen
überall gleich?
Hier finden Sie die Antwort auf folgende Fragen:
Ist die Auswahl des Geschlechts eines Kindes
erlaubt?
Ist die Auswahl eines Embryos nach seinen Genen erlaubt?
Ist es erlaubt, einen bestimmten Embryo auszuwählen,
um dadurch Gewebe für einen anderen Menschen zu erhalten?
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch zu verändern?
Wer erläßt diese Gesetze und wer vollstreckt sie?
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Deutschland
Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
In Deutschland ist die Auswahl eines bereits existierenden
Embryos nach seinem Geschlecht durch das Embryonenschutzgesetz
ohne Ausnahme verboten. Dies gilt auch, wenn dadurch eine
schwerwiegende Krankheit vermieden werden soll.
Die Auswahl des Geschlechts eines Kindes durch
die Selektion der Samenzellen, die für eine IVF (in vitro-Fertilisation
= künstliche Befruchtung einer Eizelle im Reagenzglas)
oder auch für eine Insemination (künstliche Befruchtung
im Mutterleib) verwendet werden sollen, ist in Deutschland
nur zur Verhütung schwerwiegender, an das Geschlecht
gebundener Erbkrankheiten (z.B. Muskeldystrophie) erlaubt.
Ist die Auswahl eines Embryos nach seinen
Genen erlaubt?
Ganz allgemein erlaubt das im Dezember 1990 in Kraft getretene
Embryonenschutzgesetz in Deutschland Untersuchungen oder genetische
Test an einem Embryo nur unter der Voraussetzung, dass diese
der Erhaltung dieses individuellen Embryos dienen und auf
das Ziel der Implantation und der Geburt dieses einen Embryos
ausgerichtet sind. Untersuchungen mit dem Ziel, den betreffenden
Embryo nicht einzusetzen (z.B. weil er die Anlage für
eine bestimmte genetisch bedingte Krankheit trägt), sind
somit nicht erlaubt.
In Bezug auf die Präimplantationsdiagnostik
(PID), die wie eine IVF eine unbedingte Voraussetzung zur
Erzeugung eines Babys nach Maß" wäre,
besteht im Moment in der Bundesrepublik Deutschland allerdings
keine Einigkeit über die Auslegung des Embryonenschutzgesetztes.
Das Gesetz verbietet eine PID an so genannten totipotenten"
Zellen, die dem Embryo gleichgestellt werden. Der Grund dafür
ist, dass jede dieser Zellen des frühen Embryos in der
Lage ist, durch Teilung wieder zu einem kompletten Embryo
zu werden. Nach deutschem Recht ist daher die Durchführung
einer PID innerhalb der ersten Tage nach einer in vitro-Fertilisation
definitiv nicht erlaubt.
Nach Meinung vieler Experten ist aber eine PID an Zellen des
Embryos in einem etwas späteren Stadium (wenn die einzelnen
Zellen nicht mehr totipotent" sind, aber immer
noch früh genug, dass sich der dann in die Gebärmutter
eingepflanzte Embryo normal weiterentwickelt) mit dem Gesetz
vereinbar. Die Auslegung des Gesetzes in Bezug auf die PID
ist derzeit Gegenstand intensiver Debatten sowohl im Parlament
als auch in allen Medien.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
In Deutschland sind Untersuchungen an einem Embryo nur erlaubt,
wenn dies zu seinem eigenen Wohl geschieht. Somit sind Untersuchungen
zur Selektion eines bestimmten Gewebetyps verboten.
Ein Fall wie der in Großbritannien, bei
dem ein Embryo mit spezifischen Genen ausgewählt wurde,
um das Leben eines kranken Geschwisterkindes zu retten, wäre
in Deutschland eindeutig illegal.
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
Die gentichnische Veränderung von Tieren ist in Deutschland
erlaubt und wird zu Forschungszwecken auch durchgeführt.
Insbesondere in der medizinischen Forschung wird eine große
Anzahl von gentichnisch veränderten Tieren, in der Hauptsache
Mäuse und Ratten, eingesetzt.
In der landwirtschaftlichen Produktion werden
dagegen bisher keine gentichnisch veränderten Tiere verwendet.
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Gesetzgebendes Organ ist in Deutschland immer der Deutsche
Bundestag, das deutsche Parlament. Sachverständigenkommissionen,
in diesem Fall die Enquetekommission Recht und Ethik
der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages und der
Nationale Ethikrat" beim Kanzleramt, sind beratend
tätig.
Eine spezielle Kommission zur Überwachung
dieser Gesetze gibt es in Deutschland nicht, die Einsetzung
einer solchen Kommission wird aber im Rahmen einer eventuellen
Neufassung des Embryonenschutzgesetzes diskutiert.
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Dänemark
Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
Die dänische Gesetzgebung zur Wahl des Geschlechts trat
im Juni 1997 in Kraft. Sie bestimmt, dass das Geschlecht eines
Kindes nicht ausgewählt werden darf, es sei denn, dass
damit eine schwere, an das Geschlecht gebundene Erbkrankheit
verhindert werden kann.
Ist die Auswahl eines Embryos nach
seinen Genen erlaubt?
Das dänische Gesetz zur künstlichen Befruchtung
bestimmt, dass die genetische Untersuchung (Screening) einer
befruchteten Eizelle nur zulässig ist, wenn für
das Kind ein bekanntes schwerwiegendes Risiko einer ernsten
Erbkrankheit besteht (Gesetz zur künstlichen Befruchtung
von 1997).
Außerdem bestimmt das Gesetz, dass eine
solche genetische Untersuchung einer befruchteten Eizelle
nur im Falle einer IVF(in vitro-Fertilisations-)-Behandlung
von Paaren, die auf normalem Wege keine Kinder bekommen können,
vorgenommen werden darf. Da sich die betreffende Eizelle in
einem solchen Fall außerhalb des Körpers befindet,
ist es legal, sie auf eine eventuelle Chromosomenanomalie
hin zu untersuchen.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
In Dänemark gibt es kein spezifisches Gesetz zu diesem
Thema. Aber durch das Gesetz zur künstlichen Befruchtung
ist festgelegt, dass eine Eizelle nur dann auf Grund ihrer
genetischen Eigenschaften ausgewählt werden darf, wenn
das Risiko einer bekannten schweren Erbkrankheit besteht.
Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, einen
bestimmten Embryo auszuwählen, weil er Gewebezellen für
einen anderen Menschen liefern könnte (Gesetz zur künstlichen
Befruchtung von 1997).
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
Das derzeitige dänische Tierschutzgesetz trat im Jahr
1991 in Kraft. Es enthält keine speziellen Bestimmungen
über gentechnische Veränderungen von Tieren, fordert
aber, dass Tiere auf angebrachte Art und Weise zu behandeln
und so gut wie möglich gegen Schmerzen, Leiden, Angst,
bleibende Verletzungen und wesentliche Nachteile"
zu schützen sind. Das dänische Justizministerium
kann weitergehende, spezifischere Regelungen erlassen oder
auch die Anwendung von Biotechnologie, Gentechnik und ähnlichem
bei landwirtschaftlich genutzten Tieren verbieten. Das war
jedoch bisher nicht der Fall (Tierschutzgesetz von 1991).
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Die dänischen Gesetze werden von den zuständigen
Ministerien erlassen. Für das Gesetz zur künstlichen
Befruchtung ist das Gesundheitsministerium zuständig,
für das Tierschutzgesetz das Justizministerium.
In Dänemark wird für biomedizinische
Forschung an lebenden Menschen, menschlichen Eizellen und
Samen, befruchteten menschlichen Eizellen, Embryonen und Föten
eine Genehmigung einer Wissenschaftlich-ethischen Kommission"
benötigt. Es gibt acht regionale Kommissionen und eine
zentrale Kommission, deren Aufgabe es ist, den Schutz der
in die Forschungsprojekte einbezogenen Wesen zu garantieren
und gleichzeitig die Gewinnung neuer und wertvoller Erkenntnisse
zu ermöglichen. Das dänische Gesetz über dieses
System wissenschaftlich-ethischer Kommissionen und deren Überwachung
biomedizinischer Forschungsprojekte trat 1992 in Kraft (Gesetz
zur biomedizinischen Forschung von 1992).
Ein 1987 gegründeter Ethik-Rat"
berät das Gesundheitsministerium und die Gesundheitsbehörden
in Bezug auf die allgemeinen ethischen Aspekte der neuen biomedizinischen
Technologien.
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Finnland
Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
Gegenwärtig bestehen in Finnland keine spezifischen Regelungen
über die Auswahl des Geschlechts eines Kindes. Derzeit
wird im Parlament ein Gesetz zur Behandlung gegen Unfruchtbarkeit"
diskutiert. Dieses Gesetz wird Regelungen über die Wahl
des Geschlechts eines Kindes im Falle von mit dem Geschlecht
oder anderen medizinischen Faktoren in Zusammenhang stehenden
Erbkrankheiten beinhalten.
Ist die Auswahl eines Embryos nach
seinen Genen erlaubt?
Gegenwärtig bestehen in Finnland keine spezifischen Regelungen
zu diesem Thema, und es sind bisher keine Fälle bekannt,
in denen Embryonen auf Grund ihrer Gene ausgesucht wurden.
Wegen der kontroversen ethischen Aspekte gibt es jedoch häufige
Diskussionen über dieses Thema. Generell wird die sogenannte
Präimplantationsdiagnostik (PID) in Finnland nur selten
angewendet.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
In Finnland hat es bisher keinen Fall gegeben, in dem ein
Embryo mit spezifischen Genen ausgewählt wurde, um auf
Grund einer so erreichten Gewebeverträglichkeit die Heilung
einer bereits lebenden Person zu ermöglichen. Wegen der
kontroversen ethischen Aspekte gibt es jedoch häufige
Diskussionen über dieses Thema. Generell wird die sogenannte
Präimplantationsdiagnostik (PID) in Finnland nur selten
angewendet.
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
Die gentechnische Veränderung von Tieren ist in Finnland
erlaubt. Alle Tätigkeiten dieser Art sind jedoch der
Regulation und Kontrolle durch den Rat für Gentechnik"
unterworfen.
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Medizinische Forschung in Finnland unterliegt dem 1999 in
Kraft getretenen Gesetz über medizinische Forschung".
Dieses Gesetz bestimmt, dass in der medizinischen Forschung
das Interesse und das Wohlergehen des Forschungsobjektes immer
Vorrang vor einem eventuellen Nutzen für die Wissenschaft
oder die Gesellschaft hat. Auf Grund dieses Gesetzes bedarf
jede medizinische Forschung am Menschen, welche auch die Forschung
an Embryonen und Föten einschließt, immer der Genehmigung
der Ethik-Kommission des betreffenden Krankenhausbezirks.
Der Rat für Gentechnik" stützt
sich dabei auf die Gentechnik-Verordnung". Ziel
des Rates ist es, die sichere und ethisch akzeptable Anwendung
der Gentechnik zu gewährleisten. Er gibt Anweisungen
und Regelungen heraus, agiert als Meldebehörde und überwacht
die Anwendung der Gentechnik. Der Rat wird vom Staatsrat ernannt.
Der Nationale Beirat für Ethik im Gesundheitswesen
(ETENE) ist eine Sachverständigenkommission für
Ethikfragen im Zusammenhang mit dem Gesundheitssystem und
der diesbezüglichen Gesetzgebung.
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Frankreich
Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
In Frankreich bestehen gegenwärtig keine ausdrücklichen
Regelungen über die Auswahl des Geschlechts eines Kindes.
Das Gesetz erlaubt jedoch eine therapeutische Abtreibung",
wenn bei einem Paar das erhöhte Risiko einer an das Geschlecht
gebundenen genetisch bedingten Krankheit besteht. Dieses Gesetz
wäre z.B. anwendbar im Falle einer geschlechtsgebundenen
Krankheit wie der Bluterkrankheit Hämophilie, die, obwohl
Frauen das veränderte Gen übertragen, als Krankheit
nur bei männlichen Nachkommen auftritt.
Ist die Auswahl eines Embryos nach
seinen Genen erlaubt?
Hat ein Elternpaar ein erhöhtes Risiko, ein Kind mit
einer genetischen bedingten Krankheit zu zeugen, kann es in
Frankreich eine in vitro-Fertilisation in Anspruch nehmen.
Die so erzeugten Embryonen dürfen dann im vorhinein untersucht
werden, so dass es möglich ist, nur gesunde Embryonen
in die Gebärmutter der betreffenden Frau einzusetzen.
Jedoch wäre es nicht legal, sich z.B. ein Kind mit blauen
Augen auszusuchen, selbst wenn dies technisch möglich
wäre.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
Bisher gibt es im französischen Recht keine Aussage,
in der die Verwendung von embryonalen Stammzellen zur Heilung
einer Krankheit einer anderen Person als illegal bezeichnet
würde. Alle Arten von Stammzellforschung sind jedoch
Gegenstand heftiger Debatten im Parlament.
Bis heute hat es in Frankreich jedoch noch keinen
Fall gegeben, in dem ein Embryo auf Grund seiner Gene ausgewählt
worden wäre, um auf diese Weise Zellen mit einer perfekten
Gewebeverträglichkeit zur Heilung eines kranken Familienmitglieds
zu gewinnen.
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
Die gentechnische Veränderung von Tieren ist in Frankreich
erlaubt und wird sowohl zu Forschungs- als auch zu landwirtschaftlichen
Zwecken auch praktiziert.
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Im Juli 1994 wurde per Gesetz ein Nationaler Konsultationsrat
für Ethik in Gesundheit und Wissenschaft" (CNCE)
gegründet. Dieser Rat beschäftigt sich mit Fragen
hinsichtlich der Spende und Verwendung von menschlichen
Bestandteilen und Produkten", medizinisch unterstützter
Fortpflanzung und der pränatalen Diagnostik. Die Aufgabe
des CNCE ist es, sich zu ethischen Fragestellungen zu
äußern, die auf Grund des fortschreitenden Wissens
in den Bereichen Biologie, Medizin und Gesundheit aufgeworfen
werden und Empfehlungen zu diesen Themen zu geben".
Seit 1994 sind neue, diesen Themenkomplex betreffende
Gesetze von dieser Ethik-Kommission (CNCE) vorbereitet und
vorgeschlagen und vom französischen Parlament verabschiedet
worden. In einer Anzahl von Krankenhäusern wurden lokale
Ethik-Kommissionen gegründet.
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Großbritannien
Ist die Auswahl
des Geschlechts eines Kindes erlaubt?
In Großbritannien dürfen
Eltern das Geschlecht ihres Kindes nur dann bestimmen, wenn
ein besonders hohes Risiko der Vererbung einer mit dem Geschlecht
verbundenen genetischen Krankheit besteht. Die Wahl des Geschlechts
eines Kindes zur Herstellung eines Gleichgewichts innerhalb
der Familie", d.h, aus eher soziologischen als medizinischen
Gründen, ist in den amtlich zugelassenen Kliniken (so
genannten licensed clinics") in Großbritannien
nicht erlaubt. Private Kliniken (so genannte unlicensed
clinics") verletzen jedoch das Gesetz nicht, wenn sie
das Sortieren von Samenzellen zu diesem Zweck anbieten.
Ist
die Auswahl eines Embryos nach seinen Genen erlaubt?
Zur Zeit ist es in Großbritannien
legal, einen Embryo auf bestimmte Gene hin zu untersuchen
und auszuwählen. Die so genannte Präimplantationsdiagnostik
wird eingesetzt, um nach einer in vitro-Fertilisation die
erzeugten Embryonen auf einige genetisch bedingte Krankheiten
hin zu untersuchen. Nur im Hinblick auf diese Krankheiten
gesunde Embryonen werden in die Gebärmutter der betreffenden
Frau eingepflanzt.
Ist
es erlaubt, einen bestimmten Embryo auszuwählen, um dadurch
Gewebe für einen anderen Menschen zu erhalten?
Am 13. Dezember 2001 erklärte die Human Fertilisation
and Embryologie Authority (HFEA) in Großbritannien,
dass sie bereit sei, einem Elternpaar zu erlauben, die Gene
eines zukünftigen Kindes so zu wählen, dass mit
Hilfe dieser Schwangerschaft das Leben eines bereits geborenen
kranken Kindes dieser Eltern gerettet werden könnte.
Mittels Präimplantationsdiagnostik wurde sichergestellt,
dass das Neugeborene erstens nicht ebenfalls die genetische
Krankheit erben würde, unter der die bereits lebende
Schwester leidet, und dass zweitens darüber hinaus eine
Gewebeverträglichkeit zur dieser Schwester besteht. Dies
ermöglichte es den Ärzten, aus der Plazenta des
Neugeborenen Gewebezellen zu entnehmen, um die Schwester zu
heilen. Ähnliche Fälle sollen in Zukunft von Fall
zu Fall individuell beraten und entschieden werden.
Ist
es erlaubt, Tiere gentechnisch zu verändern?
In Großbritannien ist es
rechtlich zulässig, gentechnische Veränderungen
an Mäusen, Kühen, Schweinen, Schafen und Ziegen
vorzunehmen.
Das Medical Research Council, das die Mehrheit
der Versuche mit Tieren in britischen Labors finanziert, erklärte:
Die Gesetzgebung und der Ethik-Kodex für Tiere
in Großbritannien verlangen von den Wissenschaftlern,
stets die am wenigsten weit entwickelten" Tiere
und die kleinstmögliche Anzahl an Tieren in Versuchen
einzusetzen. Wir gehen davon aus, dass gentechnisch
veränderte Mäuse die wichtigste Tierart sind und
bleiben werden, wo immer Tiere eingesetzt werden, um Krankheiten
besser zu verstehen und die Gesundheit zu verbessern."
Gentechnisch veränderte Affen
wie Andi" würden daher in Labors in Großbritannien
nicht viele Befürworter finden.
Wer
erläßt diese Gesetze und wer vollstreckt sie?
Die Human Fertilisation and Embryologie
Authority (HFEA), die in Großbritannien im Jahr 1991
gegründet wurde, garantiert, dass alle britischen Behandlungskliniken,
die in vitro-Fertilisation (IVF), künstliche Befruchtung
oder die Aufbewahrung von Eizellen, Samen oder Embryonen anbieten,
hohe medizinische und professionelle Standards einhalten und
regelmäßig überprüft werden. Die HFEA
sammelt umfassende Angaben über solche Behandlungen und
gibt detaillierte Informationen und Ratschläge hierzu
an die Öffentlichkeit.
Außerdem genehmigt und überwacht die HFEA die gesamte
Forschung an menschlichen Embryonen und berücksichtigt
auch ethische Gesichtspunkte. Dabei muss die Gesetzgebung
mit der Weiterentwicklung in der Wissenschaft Schritt halten.
Neue Möglichkeiten im Bereich der Reproduktionsmedizin
und der Gentechnik müssen von Fall zu Fall überprüft
werden.
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Portugal
Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
In Portugal trat im Dezember 2001 das Übereinkommen über
Menschenrechte und Biomedizin (Oviedo-Konvention) in Kraft.
§ 14 dieser Konvention verbietet ausdrücklich die
Anwendung von medizinisch unterstützten Zeugungstechniken,
die darauf hinauslaufen, das Geschlecht eines zukünftigen
Kindes auszuwählen, es sei denn, dass dadurch schwere
an das Geschlecht gebundene Erbkrankheiten vermieden werden
können.
Ist die Auswahl eines Embryos nach
seinen Genen erlaubt?
In Portugal gibt es kein auf diese Frage anwendbares Gesetz.
Die Frage des rechtlichen Status eines Embryos und die daraus
resultierenden Fragen der Verwendung von Embryonen zu Forschungszwecken
wurde aber bereits mehrere Male intensiv diskutiert. Verschiedene
Gesetzesvorschläge wurden vorgelegt, aber bisher ohne
Erfolg. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass dieses spezielle
Thema in Portugal ein so genanntes heißes Eisen"
ist. Denn immer, wenn von der Verwendung von Embryonen die
Rede ist, wird dadurch automatisch auch das Thema Abtreibung
aufgeworfen, und die Diskussion wird sofort sehr emotional.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
In Portugal gibt es kein auf diese Fragestellung anwendbares
Gesetz.
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
In Portugal gibt es keine spezifischen Gesetze im Zusammenhang
mit der gentechnische Veränderung
von Tieren. In Übereinstimmung mit der EU-Richtlinie
Nr. 86/609/EWG werden Mäuse, Schweine, Hunde, Katzen,
Pferde, Schafe, Kühe, Ziegen und (nicht-menschliche)
Primaten in großer Anzahl zu Forschungszwecken verwendet.
Diese Richtlinie bezieht sich allerdings nicht ausdrücklich
auf gentechnische Veränderungen;
ein anderes Gesetz gibt es nicht.
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Das Gesetz wird vom portugiesischen Parlament ausgearbeitet
und von eigens zu diesem Zweck eingerichteten Komites auf
der Grundlage von Einzelfallentscheidungen angewendet. Alle
Krankenhäuser haben spezielle Ethik-Kommissionen für
Gesundheitsfragen allgemeiner Art (geschaffen durch die Gesetzesverordnung
Nr. 97/95); die Entscheidungen dieser Kommissionen müssen
jedoch nur dann strikt befolgt werden, wenn es sich um medizinische
Versuche mit Menschen handelt (z. B. Tests von neuen Behandlungsmethoden,
neuen pharmazeutischen Produkten usw.). Für alle sonstigen
Fälle geben die Kommissionen nur Empfehlungen ab und
der Berufskodex von Ärzten und Wissenschaftlern ist maßgebend.
Wenn es sich um die Forschung an Tieren handelt,
ist die Generaldirektion für Veterinärmedizin (Landwirtschaftsministerium)
zuständig, die alle Vorgänge auf der Basis von Einzelfallentscheidungen
überwacht.
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Europäische
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Spanien
Ist
die Auswahl des Geschlechts eines Kindes erlaubt?
In Spanien ist die Auswahl des Geschlechts eines Kindes nur
zu therapeutischen Zwecken erlaubt, wenn dadurch eine an das
Geschlecht gebundene genetische Krankheit verhindert werden
kann. Im als Urteil von Mataró" bekannten
Prozess verwehrte das Gericht 1988 einer Mutter von vier Söhnen
das Recht, als nächstes Kind eine Tochter auswählen
zu dürfen. Dies war einer der wenigen gerichtlichen Fälle,
in denen das Gesetz Nr. 35/1988 über medizinisch unterstützte
Fortpflanzungstechniken zur Anwendung kam. Dieses Gesetz,
über das auch heute noch ein breiter gesellschaftlicher
Konsens besteht, war damals weltweit als eine Neuheit anzusehen.
Allerdings muss es heute, 14 Jahre nach seiner Veröffentlichung,
in einigen Aspekten überarbeitet werden.
Ist
die Auswahl eines Embryos nach seinen Genen erlaubt?
In Spanien ist die Präimplantationsdiagnostik zur Feststellung
von genetischen Krankheiten und Mißbildungen eine legale
und allgemein gebräuchliche Praxis. Diese Auswahl von
Embryos soll Eltern helfen, gesunde Kinder zu bekommen, was
eins der erklärten Ziele des Einsatzes der Techniken
zur unterstützten Fortpflanzung darstellt.
Ist
es erlaubt, einen bestimmten Embryo auszuwählen, um dadurch
Gewebe für einen anderen Menschen zu erhalten?
In Spanien gibt es weder ein auf diese Fragestellung anwendbares
Gesetz, noch einen entsprechenden Präzedenzfall. Es herrscht
jedoch Konsens darüber, dass es nicht illegal ist, einen
spezifischen Embryo so auszuwählen, das eine Gewebespende
möglich wird, solange die Rechte des Neugeborenen zu
jeder Zeit gewahrt bleiben. Die Grundrechte des Neugeborenen
sind, genau wie die jedes anderen Menschen, selbstverständlich
durch den Staat geschützt.
Ist
es erlaubt, Tiere gentechnisch zu verändern?
In Spanien ist die gentechnische
Veränderung von Pflanzen und Tieren nicht nur erlaubt,
sondern weit verbreitete Praxis, um die Eigenschaften von
Tieren und Pflanzen zu verbessern. Eingeschränkt wird
diese Anwendung durch das Gesetz Nr. 15/1994, welches dem
Schutz der Biodiversität und der Verbraucherrechte dient.
Allerdings werden heutzutage Fragen des Wohlergehens
von Tieren immer stärker berücksichtigt und sowohl
die Zentralregierung als auch die autonomen (regionalen) Regierungen
erlassen zunehmend restriktive Gesetze bezüglich der
Forschung an Tieren. Sowohl auf nationaler als auch auf regionaler
Ebene wurden für Tierversuche zuständige Ethik-Kommissionen
geschaffen.
Wer
erläßt diese Gesetze und wer vollstreckt sie?
Die aus dem Jahr 1988 stammende spanische Gesetzgebung zur
medizinisch unterstützten Fortpflanzung beinhaltet zwei
grundlegende Verordnungen: a) das Gesetz Nr. 35/1988 über
Techniken zur unterstützten Fortpflanzung und b) das
Gesetz Nr. 42/1988, welches die Spende und die Verwendung
von menschlichen Embryonen und Föten regelt. Beide Gesetze
wurden vom Parlament gebilligt. Darüber hinaus hat seit
dem 1. Januar 2000 das Übereinkommen über Menschenrechte
und Biomedizin des Rates der Europäischen Union in Spanien
den Rang eines Gesetzes; seine Richtlinien stimmen mit der
bereits existierenden Gesetzgebung überein.
Seit 1998 besitzt Spanien eine Nationale
Kommission für unterstützte menschliche Fortpflanzung",
deren Aufgabe es ist, Berichte auszuarbeiten, Forschungsprojekte
zu beurteilen und Techniken zu verbessern.
In Katalonien existiert ebenfalls eine Kommission
für Techniken zur unterstützten menschlichen Fortpflanzung",
die bereits vor ihrem nationalen Gegenstück existierte.
Diese Kommission hat eine große Anzahl von Berichten
über komplexe Themen wie Embryonenforschung, Oozytenspende
und Aufbewahrung von Eizellen und Sperma veröffentlicht.
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Europäische
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Ist die Auswahl des Geschlechts eines
Kindes erlaubt?
Es gibt keine europäische Gesetzgebung, die auf das Thema
der Erzeugung von Kindern nach Maß" angewendet
werden könnte. Am nächsten kommt dem wohl das Übereinkommen
über Menschenrechte und Biomedizin von 1997, welches
die Wahl des Geschlechts eines Kindes verbietet, es sei denn,
dass therapeutische Gründe vorliegen (§ 14). Die
gleiche Empfehlung wird auch von verschiedenen Ethik-Kommissionen
auf europäischer Ebene gegeben.
Um als Gesetz in Kraft zu treten, müsste
das Übereinkommen über Menschenrechte und Biomedizin
allerdings auf nationaler Ebene von den verschiedenen nationalen
Parlamenten bestätigt (ratifiziert") werden.
Dies ist bisher nicht geschehen: Deutschland, Irland und Großbritannien
haben es weder unterzeichnet noch ratifiziert; Italien hat
das Übereinkommen zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert.
Es gibt keine europäischen Richtlinien
zur Erzeugung eines maßgeschneiderten Babys"
nach den Wünschen der Eltern oder der Ärzte. Aber
die Richtlinie über den rechtlichen Schutz biotechnologischer
Erfindungen (Richtlinie 98/44/EG vom 6. Juli 1998) wird zuweilen
als Argument gegen jegliche genetische Veränderungen
benutzt.
Ist die Auswahl eines Embryos nach
seinen Genen erlaubt?
Es gibt keine europäischen Gesetze, die auf diese Fragestellung
angewendet werden könnten. Das Übereinkommen über
Menschenrechte und Biomedizin (1997) erklärt, dass die
Erzeugung von maßgeschneiderten" Babys verboten
ist, es sei denn, es bestehen therapeutische Gründe (§
14). Die gleiche Empfehlung wird auch von verschiedenen Ethik-Kommissionen
auf europäischer Ebene gegeben. Um als Gesetz in Kraft
zu treten, müsste das Übereinkommen über Menschenrechte
und Biomedizin allerdings auf nationaler Ebene von den verschiedenen
nationalen Parlamenten bestätigt (ratifiziert")
werden. Dies ist bisher nicht geschehen: Deutschland, Irland
und Großbritannien haben es weder unterzeichnet noch
ratifiziert; Italien hat das Übereinkommen zwar unterzeichnet,
aber nicht ratifiziert.
Ist es erlaubt, einen bestimmten
Embryo auszuwählen, um dadurch Gewebe für einen
anderen Menschen zu erhalten?
Es gibt keine auf diese Frage anwendbaren europäischen
Richtlinien.
Ist es erlaubt, Tiere gentechnisch
zu verändern?
Es gibt keine spezifische europäische Richtlinie über
die gentechnische Veränderungen von Tieren. Mäuse,
Schweine, Hunde, Katzen, Pferde, Schafe, Kühe, Ziegen
und (nicht menschliche) Primaten werden in den Labors und
Universitäten in den verschiedenen europäischen
Ländern zu Forschungszwecken eingesetzt.
Wer erläßt diese Gesetze
und wer vollstreckt sie?
Der Entscheidungsfindungprozess der EU ist komplex, und es
gibt mehr als ein Entscheidungsverfahren. Wenn es sich um
Fragen der wissenschaftlichen und technischen Forschung handelt,
wird das sogenannte Mitentscheidungsverfahren"
(co-decision process") angewendet. Zunächst
erarbeitet die Europäische Kommission einen Entwurf,
der vom Rat der Europäischen Union (Minister der 15 Mitgliedsländer)
und vom Europäischen Parlament diskutiert wird, bis zwischen
diesen eine Einigung erzielt wird. Dabei können stets
verschiedene Beratergruppen zu Rate gezogen werden (z.B. die
Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften
und der Neuen Technologien"; http://europa.eu.int/comm/european_group_ethics/index_en.htm).
Die letztendliche Verantwortung für die
Genehmigung liegt sowohl beim Rat der Europäischen Union
als auch beim Europäischen Parlament (aus diesem Grund
spricht man von Mitentscheidungsverfahren").
Nach der Genehmigung der betreffenden
Gesetzgebung (ein Gesetz der EU kann eine Verordnung, eine
Richtlinie, ein Beschluss oder eine Empfehlung sein - die
Unterschiede können bei http://europa.eu.int/eur-lex/en/about/pap/process_and_players2.html#1
nachgelesen werden) sind die Mitgliedstaaten für
deren Umsetzung verantwortlich. Wird ein europäisches
Gesetz nicht oder nicht korrekt umgesetzt, kann die Europäische
Kommission eine Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen.
Auch europäische Bürger oder Bürger, die in
den Mitgliedstaaten ansässig sind bzw. ihren rechtmäßigen
Wohnsitz in einem der Mitgliedstaaten haben, können eine
Klage beim Europäischen Bürgerbeauftragten einreichen
(http://europa.eu.int/institutions/ombudsman/index_en.htm).
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