Embryonale Stammzellen sind nach der Meinung vieler Wissenschaftler
ideal für die Behandlung von Krankheiten geeignet, weil
sie sich ausgesprochen stark vermehren, und weil sie sich
zu allen Zellen und Geweben des Körpers weiterentwickeln
können. Um sie zu gewinnen, müssen jedoch 5 Tage
alte Embryos zerstört werden.
Um die ethischen und politischen Hürden zu umgehen,
die mit der Entnahme von Stammzellen aus Embryonen einhergehen,
suchen viele Wissenschaftler intensiv nach alternativen Quellen.
Adulte Stammzellen" aus dem Knochenmark
Eine vielversprechende Quelle für Stammzellen könnte
das Knochenmark von Erwachsenen sein. Die im Knochenmark jedes
Menschen vorkommenden Stammzellen produzieren normalerweise
Blut- und Knochenmarkzellen.
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Bisher hielt man es für unmöglich, dass diese
Knochenmarkzellen sozusagen in ihrer eigenen Entwicklung
zurückgehen" könnten und sich auch
zu anderen Zelltypen wie Gehirnzellen, Darm- oder Hautzellen
weieterentwickeln könnten.
Vor kurzem haben jedoch amerikanische Wissenschaftler
eine Sorte von Stammzellen im Knochenmark von Erwachsenen
entdeckt, von der sie annehmen, dass sie zu jedem anderen
Zelltyp heranwachsen kann.
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Adulte Stammzellen von einem Erwachsenen, der zuvor eingewilligt
hat, wären nicht nur für die meisten Menschen und
Regierungen ethisch vertretbar, sie wären auch besser
für die Patienten. Stellen Sie sich vor, Sie litten an
einer Krankheit, die Ihre Gehirnzellen tötet. Man könnte
Ihrem Knochenmark Stammzellen entnehmen, sie im Labor manipulieren,
so dass sie zu Gehirnzellen werden und sie in Ihr Gehirn einpflanzen
- ohne dass es zu einer Abstoßungsreaktion der Immunabwehr
gegen das Transplantat käme, denn es handelt sich ja
um Ihre eigenen Zellen.
Faszinierende Aussichten - falls es funktioniert. Die ersten
Ergebnisse sind vielversprechend, aber bisher wissen die Wissenschaftler
nicht, wie wandlungsfähig adulte Stammzellen aus dem
Knochenmark tatsächlich sind. Die meisten Wissenschaftler
setzen daher zur Zeit eher auf die Fähigkeiten von embryonalen
Stammzellen.
Letzten Endes läuft es wahrscheinlich darauf hinaus,
dass bei verschiedenen Krankheiten verschiedene Arten von
Stammzellen zum besten Ergebnis führen. Deshalb würden
sich die meisten Wissenschaftler wohl für die Erforschung
beider Arten von Stammzellen aussprechen.
Blut aus der Plazenta
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Eine weitere Quelle zur
Gewinnung von Stammzellen ist Blut aus der Nabelschnur
neugeborener Kinder. Die Nabelschnur wird normalerweise
bei der Geburt beseitigt. Doch bereits heute gibt es Firmen,
die anbieten, das Blut aus der Plazenta zu sammeln und
es gegen eine Gebühr zu lagern.
Diese Firmen argumentieren, dass Stammzellen,
die aus dem Nabelschnurblut gewonnenen werden können,
zur Behandlung von Blutkrankheiten wie Leukämie,
einigen Immunstörungen und verschiedenen genetischen
Erkrankungen eingesetzt werden könnten. Auch Krankheiten
wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Parkinson und
Muskeldystrophie könnten in Zukunft vielleicht
mit Hilfe von Stammzellen aus der Plazenta behandelt
oder sogar geheilt werden.
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Der große Vorteil dieser Stammzellen ist, dass sie
entnommen werden können, ohne die Mutter oder das Kind
zu schädigen. Und sie sind - wie die Zellen aus einem
Klon - ebenfalls 100% immunverträglich für das Baby,
sollte er oder sie je Stammzellen zur Behandlung einer Krankheit
benötigen.
Diese Firmen vertreten außerdem die Meinung, dass aus
dem Nabelschnurblut eines Babys bei Bedarf auch für die
Verwandten des betreffenden Kindes immunverträgliche
Stammzellen gewonnen werden könnten.
Für einige tausend Dollar - können wir es uns erlauben,
diese Zellen nicht aufzubewahren?
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