Quiz
Video
Diskussion
Neueste Nachrichten
 
 

 

Woher stammen die verwendeten Embryonen?

Gegenwärtig lagern in der Europäischen Union mindestens
100 000 „übriggebliebene" menschliche Embryos in den Tiefkühltruhen der Fertilitätskliniken.

Diese Embryonen stammen aus
in vitro-Fertilisationsbehandlungen (IVF) bei Unfruchtbarkeit. Bei einer IVF-Behandlung werden meist routinemäßig mehrere Eizellen außerhalb des Mutterleibs befruchtet. Einige dieser befruchteten Eizellen werden dann in die Gebärmutter der betreffenden Frau eingepflanzt, der Rest wird eingefroren für den Fall, dass es beim ersten Versuch nicht zu einer Schwangerschaft kommt. (In Deutschland ist dies allerdings anders: Hier dürfen bei einer in vitro-Fertilisation nie mehr Embryonen erzeugt werden als der betreffenden Frau in einer Schwangerschaft eingesetzt werden. In Deutschland gibt es daher keine „überzähligen" Embryos.)

Sollte allerdings gleich der erste Versuch zu einer Schwangerschaft führen, könnte sich das betreffende Elternpaar eventuell dafür entscheiden, seine restlichen Embryos nicht zu benutzen. In einigen Ländern hat ein solches Paar die Möglichkeit, die „überzähligen" Embryos entweder der Forschung zur Verfügung zu stellen oder ihre Vernichtung zu veranlassen.

Darüber hinaus gibt es in Europa tiefgefrorene Embryos, über deren Schicksal nie eine konkrete Entscheidung getroffen wurde. In den letzten 20 Jahren, in denen es IVF gibt, haben viele der Eizellen- und Samenspender ihre Adresse oder auch ihren Namen (z.B. durch Heirat) geändert oder sind sogar verstorben. Die Kliniken sind daher oft nicht in der Lage, sie ausfindig zu machen. Deshalb ist das Schicksal vieler aufbewahrter Embryos ungewiss.

Eine zweite, allerdings noch wesentlich stärkeren Kontroversen unterworfene Quelle zur Bereitstellung von embryonalen Stammzellen könnten Embryonen sein, die ausschließlich für die Forschung oder für medizinische Zwecke erzeugt wurden und für die zu keinem Zeitpunkt die Absicht bestand, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Dies wird jedoch von vielen Menschen (und einigen Regierungen) als ethisch nicht vertretbar angesehen.

Nichtsdestotrotz, in den Tiefkühltruhen von IVF- Kliniken in Europa lagern bereits jetzt Millionen von nicht benutzten Samenzellen und Tausende von unbefruchteten Eizellen. Mit diesem Sperma und diesen Eizellen könnten weitere Embryonen zur Gewinnung embryonaler Stammzellen erzeugt werden.

Zu guter letzt gibt es noch eine weitere Methode, menschliche Embryonen herzustellen - durch den Einsatz des Klonens. Dabei würde ein Embryo erzeugt, der die genetische Ausstattung einer Person besitzt, die bereits existiert. Würde man einen solchen Embryo in die Gebärmutter einer Frau einpflanzen, könnte er dort theoretisch zu einem Klon, d.h. einer genetisch identischen Kopie, dieser Person heranwachsen. In der Forschung könnte ein solcher Embryo Stammzellen zur Behandlung verschiedener Krankheiten liefern.


Castellano 
Català 
Dansk 
Deutsch 
English 
Français 
Italiano 
Português 
Suomi 
Svenska 
 
©2002 bionet