Wie kann man eine insektenresistente Tomatenpflanze
herstellen?
Was sind Gene und wo findet man sie?
Alles was lebt oder einmal gelebt hat enthält Gene.
Menschen, Fliegen, Schinken, Tomaten, Bakterien usw. enthalten
Gene. Ein 200 gr schweres Steak enthält 750.000.000.000.000
Gene.
Ein Gen ist eine Informationseinheit. Unsere Gene bestimmen,
wie wir aussehen und welche vererbbaren Eigenschaften wir
haben. Sie entscheiden zum Beispiel darüber, ob wir blaue
oder braune Augen haben. Wir erben die eine Hälfte unserer
Gene von unserer Mutter und die andere Hälfte von unserem
Vater.
Auch Pflanzen haben Gene. Die Gene einer Pflanze bestimmen
zum Beispiel, welche Farbe ihre Blüten haben oder wie
hoch sie wächst. Wie beim Menschen werden die Merkmale
einer Pflanze auf ihre "Kinder" übertragen
- auf die Pflanzensamen, die zu neuen Pflanzen heranwachsen.
Was ist gentechnische Modifikation oder Veränderung?
Wenn man einen Organismus, zum Beispiel eine Pflanze oder
ein Tier, gentechnisch verändert, verändert man
die genetisch bedingten Merkmale dieses Lebewesens. Zum Beispiel
können Erdbeeren gentechnisch so verändert werden,
dass sie länger frisch bleiben. Ein anderes Beispiel
ist Reis, der gentechnisch so verändert werden kann,
dass er mehr Vitamine enthält.
Eine Möglichkeit, eine Pflanze gentechnisch zu modifizieren,
ist es, ihr zusätzlich zu ihren eigenen Genen ein weiteres
Gen hinzuzufügen, das aus einem anderen Organismus stammt.
Dieses Gen kann zum Beispiel aus einem Bakterium stammen,
das gegen ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel resistent ist.
Fügt ein Wissenschaftler nun dieses Gen in das Genom
der Pflanze ein, so hat dies zur Folge, dass die - nun gentechnisch
veränderte - Pflanze ebenfalls unempfindlich wird gegen
dieses Pflanzenschutzmittel.
Mit Hilfe der Gentechnik ist es also möglich, Gene von
einer Gattung auf eine andere zu übertragen. Das funktioniert
deshalb, weil alle Gene, sowohl menschliche wie auch pflanzliche,
tierische und bakterielle Gene, aus dem gleichen Material
aufgebaut sind und die Übertragung der in ihnen gespeicherten
genetischen Information im Prinzip in allen Organismen gleich
funktioniert. Den Wissenschaftlern stehen somit, zumindest
theoretisch, große Mengen an genetischen Merkmalen zur
Verfügung, aus denen sie auswählen können.
Wie arbeitet ein Wissenschaftler, der sich mit Gentechnik
beschäftigt?
(Vorgänge in der Gentechnik werden oft mit englischen
Ausdrücken beschrieben):
| 1. |
Der Wissenschaftler sucht und isoliert
das Gen mit den gewünschten genetischen Merkmalen.
Dieser Prozess nennt sich mapping. |
| 2. |
Der Wissenschaftler vervielfältigt
das isolierte Gen. Hierzu benutzt er eine Technik, die
PCR heißt. |
| 3. |
Der Wissenschaftler überträgt
das gewünschte Gen in die Zellen der Pflanze. Dazu
verwendet er isoliertes Pflanzengewebe, eine so genannten
Zellkultur. Um das Gen in die Pflanzenzelle einzuschleusen,
hat der Wissenschaftler dabei drei Möglichkeiten:
Er kann entweder eine so genannte "Gen-Kanone"
oder ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das
Agrobacterium tumefaciens, benutzen. Oder er verwendet
speziell vorbehandelte Pflanzenzellen, so genannte Protoplasten,
die unter dem Einfluss von Strom oder bestimmtem Chemikalien
Gene aufnehmen. Der Vorgang der Gen-Übertragung wird
als Transformation bezeichnet. |
| 4. |
Der Wissenschaftler sorgt dafür,
dass aus dem genetisch veränderten Pflanzengewebe
eine neue Pflanze wächst. Bei Pflanzen ist dies relativ
einfach und im Prinzip nichts anderes, als wenn man zum
Beispiel bei Usambara-Veilchen aus einem Blatt eine neue
Pflanze, einen so genannten Ableger, züchtet. |
| 5. |
Der Wissenschaftler überprüft,
ob das Gen von der Pflanze korrekt aufgenommen wurde und
ob es wie gewünscht funktioniert, d.h. ob die Pflanze
die neuen gewünschten Eigenschaften hat. |
| 6. |
Der Wissenschaftler überprüft,
ob das eingefügte Gen stabil weitervererbt wird,
d.h. ob auch die Nachkommen der Pflanze das eingefügte
Gen besitzen. |
Wie kann man nachprüfen, ob die
gentechnische Veränderung einer Pflanze erfolgreich war?
Man kann nur selten mit bloßen
Auge erkennen, ob eine Pflanze oder ein Tier gentechnisch
verändert worden ist. Die Wissenschaftler haben deshalb
einige Techniken entwickelt, mit deren Hilfe sie dies überprüfen
können.
Zum Beispiel kann der Wissenschaftler gleichzeitig
mit dem Gen für die von ihm gewünschte Eigenschaft
ein weiteres Gen, ein so genanntes Marker-Gen",
in die Pflanze übertragen. Ein solches Marker-Gen ist
zum Beispiel ein Gen, das bewirkt, das das Pflanzengewebe
in einem chemischen Test seine Farbe ändert.
Nun kann der Wissenschaftler sehr einfach überprüfen,
ob die Pflanze erfolgreich gentechnisch modifiziert wurde.
Verändert das Pflanzengewebe im Test seine Farbe, hat
die Pflanze das Marker-Gen und somit auch das damit gekoppelte
Gen für die gewünschte Eigenschaft aufgenommen.
Was ist der Unterschied zwischen gentechnischer
Modifikation und traditioneller Züchtung?
Schon lange vor der Entdeckung der Gentechnik haben Bauern
ihre Nutzpflanzen durch einen Prozess verändert und verbessert,
den wir heute als "traditionelle Züchtung"
bezeichnen.
Züchtung heißt, dass man die besten,
größten, schönsten oder am besten schmeckenden
Exemplare einer bestimmten Art so lange miteinander kreuzt,
bis man eine Pflanze oder ein Tier erhält, das noch besser,
größer oder schöner ist oder noch besser schmeckt.
Züchtung über eine lange Zeit kann
zu erstaunlichen Veränderungen führen; die verschiedenen
Hunderassen sind das wohl bekannteste Beispiel. Aber auch
unsere Nutzpflanzen wurden durch Züchtung sehr stark
verändert und zum Teil erst durch Züchtung genießbar.
Bei der Züchtung werden Gene von einer
Pflanze auf eine andere übertragen. Das ist bei der Gentechnik
ebenfalls der Fall - allerdings ist die Art und Weise, wie
dies geschieht, sehr verschieden.
Bei der gentechnischen Veränderung einer
Pflanze kann exakt ein Gen und somit exakt ein gewünschtes
Merkmal auf die Pflanze übertragen werden. Bei der Züchtung
werden immer viele verschiedene Merkmale weitervererbt und
man weiß nicht, welche Merkmale gekoppelt vererbt werden.
So kann die Züchtung auf ein gewünschtes Merkmal
(zum Beispiel größere Früchte) gleichzeitig
auch unerwünschte Merkmale (zum Beispiel einen unangenehmen
Geruch) verstärken. Oder gute Eigenschaften, wie zum
Beispiel der gute Geschmack der kleinen Früchte, können
verloren gehen.
Bei der traditionellen Züchtung können
Merkmale nur zwischen Organismen ausgetauscht werden, die
nahe verwandt sind. Mit Hilfe der Gentechnik können Merkmale
dagegen von einer Gattung auf eine andere übertragen
werden - sogar zwischen Pflanzen und Tieren oder Bakterien.
Pflanzenzüchtung durch Gentechnik ist weniger
zeitaufwendig als traditionelle Züchtung.
Auf welche andere Weise können Gene
verändert werden?
Die genetischen Eigenschaften einer Pflanze oder eines
Tieres können nicht nur durch Gentechnik verändert
werden.
Spontane Veränderungen, Strahlung, bestimmte
Chemikalien und auch die traditionelle Züchtung können
ebenfalls zur Veränderung der genetischen Eigenschaften
einer Pflanze oder eines Tieres führen.
Spontane Veränderungen von Genen, so genannte
Mutationen, finden natürlicherweise in jeder Zelle statt,
meistens ohne Auswirkungen. Eine natürliche Mutation
kann zur Entwicklung positiver wie negativer Merkmale führen.
Es ist nicht besonders effektiv, auf eine natürliche
Veränderung zu warten, wenn man eine besondere Eigenschaft
erzeugen möchte.
Energiereiche Strahlung wie UV-Strahlung oder
radioaktive Strahlung und bestimmte Chemikalien können
benutzt werden, um Mutationen zu erzeugen. Beide Methoden
werden manchmal in der Pflanzenzüchtung eingesetzt.
Bei der traditionellen Züchtung werden
nahe verwandte Pflanzen oder Tiere miteinander gekreuzt. So
können manchmal Eigenschaften der einen Art in die andere
Art eingekreuzt" werden. Meist werden in der traditionellen
Züchtung aber diejenigen Tiere einer Art, die das gewünschte
Merkmal in besonders starker Ausprägung zeigen, miteinander
gekreuzt. Über mehrere Generationen können so die
gewünschten Merkmale, zum Beispiel große Früchte,
besonders herausgezüchtet" werden. Alle unsere
Nutzpflanzen und -tiere sind das Ergebnis traditioneller Züchtung
über viel Jahrhunderte.
Kann jeder Organismus gentechnisch verändert
werden?
Ja, im Prinzip kann alles, was lebt, gentechnisch verändert
werden - Tiere, Menschen, Pflanzen und Bakterien.
Mit anderen Worten: theoretisch könnte
man auch genetische Eigenschaften aus einem Fisch auf eine
Erdbeere übertragen. In der Praxis ist dies aber nicht
ganz so einfach. Am einfachsten ist es, Gene zwischen nah
verwandten Organismen zu übertragen.
Die Umsetzung der genetischen Information in
der Zelle in ein Merkmal des Organismus erfordert viele Schritte.
Und viele Merkmale, wie zum Beispiel die Augenfarbe eines
Menschen, werden durch die Zusammenwirkung vieler verschiedener
Gene bestimmt. Nur bei einigen wenigen Merkmalen haben die
Wissenschaftler bereits heute eine genügend klare Vorstellung
von diesen Interaktionen, um sie gezielt zu verändern.
Was
ist Vererbung?
Was ist ein
Gen?
Was ist
ein Chromosom?
Was ist DNA?
Was ist
ein Protein?
Was ist
Mitose / Meiose?
Genetic
testing for disease
Wie
klont man einen Embryo, um Stammzellen zur Behandlung einer
schweren Krankheit zu gewinnen?
Wie
gewinnt man embryonale Stammzellen?
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