Pestizid-resistenter
Raps
Pestizid-resistenter Raps enthält ein Gen, das es der Pflanze
ermöglicht, einem bestimmten Unkrautvernichtungsmittel
zu widerstehen. Dieses Gen stammt aus einem Bakterium, das von
Natur aus in der Lage ist, bestimmten Pestiziden zu widerstehen.
Der Landwirt kann nun solche Felder mit dem betreffenden Pestizid
spritzen" und so die meisten unerwünschten Pflanzen
auf dem Feld vernichten, ohne den Raps zu schädigen.
Vorteile:
- Der Landwirt kann größere Mengen anpflanzen,
weil es nun leichter ist, Schädlinge zu bekämpfen.
- In einigen Fällen kann der Landwirt ein umweltfreundlicheres
Spritzmittel einsetzen.
- Der Landwirt kann weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen,
was ebenfalls der Umwelt zugute kommt.
Nachteile:
- Die neuen Gene aus dem Raps könnten auf andere Pflanzen
übertragen werden, die dann ebenfalls pestizid-resistent
werden könnten. Der Einsatz des betreffenden Pflanzenschutzmittels
würde sinnlos.
- Manche Unkräuter" sind nahe mit Raps verwandt
und der Raps-Pollen kann diese Pflanzen bestäuben.
So könnten Resistenzgene aus dem Raps z.B. auf die
Kohlrübe oder Wruke, ein in Rapsfeldern häufiges
Unkraut, übertragen werden. Ein pestizid-resistentes
Unkraut wäre entstanden.
Mais, Sojabohnen und Zuckerrohr sind weitere Beispiele für
Pflanzen, die gentechnisch so verändert wurden, dass
sie gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel resistent sind.
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Mais mit eingebautem"
Schutz gegen Schadinsekten
So genannter Bt-Mais ist gentechnisch
so modifiziert, dass er selber ein Gift herstellt, das
schädliche Insekten vernichtet. Somit ist es für
den Landwirt nicht nötig, diese Maisfelder mit
Insektiziden zu spritzen". Der genetisch
modifizierte Mais heißt Bt-Mais, weil das neue
Gen aus der Bakterienart Bacillus thuringiensis
stammt.
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Vorteile:
- Der Landwirt muss keine Insektizide für die Vernichtung
der Pflanzenschädlinge einsetzen. Die Umgebung wird
somit nicht durch große Mengen schädlicher Chemikalien
belastet.
- Der Landwirt selber wird nicht länger dem giftigen
Insektizid ausgesetzt.
Nachteile:
- Bei der Verwendung von Insektiziden besteht in jedem Fall
das Risiko, dass die Schadinsekten über kurz oder lang
gegen das eingesetzte Insektizid resistent, d.h. unempfindlich,
werden. Dies passiert unabhängig davon, ob das Insektizid
von außen gespritzt" oder vom Mais selber
produziert wird. Der gentechnisch modifizierte Mais vergiftet
die Insekten jedoch über einen längeren Zeitraum
als der Landwirt, der nur ein- oder zweimal während
des Anbaus spritzt". Die Gefahr, dass sich die
Insekten an das Gift gewöhnen, ist größer.
Wenn die Schadinsekten resistent werden, kann das entsprechende
Gift auch als Spritzmittel nicht mehr eingesetzt werden.
- Auch andere Insekten als die Mais-Schädlinge könnten
durch das vom Bt-Mais produzierte Gift getötet werden.
Dies könnten z.B. Insekten sein, die die Schadinsekten
fressen. Oder schöne Insekten wie beispielsweise Schmetterlinge.
In den USA, wo große Mengen von Bt-Mais angebaut werden,
gibt es viele Diskussionen über eventuelle schädliche
Auswirkungen von Bt-Mais auf den Monarch-Schmetterling.
Weitere Beispiele für Pflanzen, die gentechnisch so
verändert wurden, dass sie selber Insektizide herstellen,
sind Baumwolle und Kartoffeln.
Golden Rice"(Goldener Reis")
Golden Rice" ist eine Reisart, die gentechnisch
so verändert wurde, dass die Reiskörner Vitamin
A enthalten. Genauer gesagt enthält der Reis Beta-Karotin,
das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Der Verzehr
von Golden Rice" führt also dazu, dass der
Körper mehr Vitamin A bekommt.
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Beta-Karotin ist ein Farbstoff. Es verleiht
Karotten ihre orange-rote Farbe, und es macht diesen
gentechnisch veränderten Reis goldfarben. Damit
der Reis Beta-Karotin erzeugen kann, wurden ihm drei
neue Gene übertragen: zwei aus Narzissen und eines
aus einer Bakterienart.
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Vorteile:
- Golden Rice" könnte für die arme
Bevölkerung in einigen unterentwickelten Ländern
einen besonderen Vorteil bringen. Viele Menschen auf dieser
Welt sind gezwungen, sich extrem einseitig zu ernähren,
was zu einem Mangel an essentiellen Vitaminen führt.
Dies hat zur Folge, dass viele Menschen sterben oder, im
Falle von Vitamin A-Mangel, erblinden. In Teilen Asiens,
wo die Mehrheit der Bevölkerung von der sprichwörtlichen
Schale Reis am Tag" leben muss, könnte Golden
Rice" eine wesentliche Verbesserung bringen.
Nachteile:
- Kritiker befürchten, dass die Bauern in den unterentwickelten
Ländern durch den Anbau gentechnisch modifizierter
Pflanzen zu stark vom reichen Westen abhängig werden.
In der Regel sind es die großen Privatunternehmen
im Westen, denen die Mittel zur Entwicklung gentechnisch
veränderter Pflanzen zur Verfügung stehen. Normalerweise
werden diese Pflanzen so modifiziert, dass sie steril sind
und die Bauern aus ihnen kein Saatgut für das nächste
Jahr erzeugen können. Dadurch werden die Landwirte
gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut von den Unternehmen
zu kaufen.
- Einige Gentechnik-Gegner betrachten Golden Rice"
als den Versuch, Gentechnik in der Landwirtschaft gesellschaftlich
akzeptabler zu machen. Sollte dies gelingen, so fürchten
die Gentechnik-Gegner, werden die Unternehmen dazu übergehen,
weitere Pflanzen gentechnisch zu verändern, die dann
vor allem dem Profit der Unternehmen dienen. Dies könnte
dann letztendlich zu einer Situation führen, in der
alle guten", profitablen Nutzpflanzen-Sorten
einigen wenigen Großunternehmen gehören.
Lange haltbare Tomaten
Die lange haltbare Flavr-Savr"-Tomate kam 1994
in den USA auf den Markt und war das erste gentechnisch modifizierte
Lebensmittel, das die Verbraucher in den Läden kaufen
konnten. Sie ist gentechnisch so verändert, dass sie
für lange Zeit fest und frisch bleibt. Dies wurde dadurch
möglich, dass durch ein zusätzliches Gen die Bildung
der Substanz, die Tomaten matschig" werden lässt,
unterdrückt wird.
Vorteile:
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- Sonnengereifte,
rote Tomaten sind zu empfindlich, um lange Transportwege
zu überstehen. Daher werden Tomaten normalerweise
grün gepflückt, gekühlt transportiert
und nachgereift". Darunter leidet leider
der Geschmack. Flavr-Savr"-Tomaten können
dagegen rot und natürlich gereift geerntet und
transportiert werden und schmecken deshalb besser.
- Die Erzeuger haben
außerdem den Vorteil, dass alle Tomaten zum
gleichen Zeitpunkt geerntet werden können.
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Nachteile:
- Aufgrund des Entwicklungsprozesses enthielten die ersten
entwickelten gentechnisch veränderten Tomaten auch
fremde Gene, die den Organismus, der sie besitzt, gegen
bestimmte Antibiotika resistent, d.h. unempfindlich, machen.
Antibiotika werden von Ärzten und Tierärzten benötigt,
um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Sollten nun
Antibiotika-Resistenz-Gene aus gentechnisch veränderten
Lebensmitteln auf Tiere und Menschen übergehen, könnte
das zu ernsten Schwierigkeiten bei der Behandlung von Infektionskrankheiten
führen. Heute ist es möglich, sowohl Tomaten als
auch andere Organismen gentechnisch modifizieren, ohne dabei
Antibiotika-Resistenz-Gene zu hinterlassen.
Weitere Beispiele für Lebensmittel, die von Wissenschaftlern
gentechnisch verändert wurden, um sie länger haltbar
zu machen, sind Erdbeeren, Ananas, Paprika und Bananen.
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