Die Techniken der modernen Fortpflanzungsmedizin ermöglichen
es heute Eltern und Ärzten, Embryos
auf verschiedene genetisch bedingte Krankheiten
hin zu untersuchen und gesunde Embryonen auszuwählen.
in-Vitro Fertilisation
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In einigen europäischen
Ländern ist dies legal und wird auch durchgeführt,
in anderen nicht. Eine verbreitete Angst besteht darin,
dass es in Zukunft auch möglich sein könnte,
mit Hilfe der Gentechnik Embryonen genetisch zu verändern
und so die für das eigene Kind gewünschten Eigenschaften
oder vielleicht sogar kosmetische Merkmale auszuwählen. |
Oft werden in der Presse oder in der Umgangssprache Ausdrücke
wie "Kinder nach Maß" oder "Designer-Babys"
benutzt, um solche Zukunftsszenarien zu beschreiben. Wissenschaftlich
sind diese Ausdrücke nicht.
Die modernen Verfahren der Fortpflanzungsmedizin umfassen
den Einsatz der in vitro-Fertilisation (IVF),
d. h. der Befruchtung einer Eizelle
mit Samenzellen außerhalb des Körpers
einer Frau im Reagenzglas in einem Labor. Diese Verfahren
geben Ärzten und Eltern in bestimmten Fällen die
Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, ein
Kind mit einer genetisch bedingten Krankheit zur Welt zu bringen.
Im Moment lassen die Gesetze in Europa beim Menschen lediglich
zwei Untersuchungsmethoden dieser Art zu. Das erste besteht
darin, die Art der Samenzellen auszuwählen, mit denen
die betreffende Eizelle befruchtet wird. Dieses Verfahren
wird benutzt, um das Geschlechts des Kindes zu bestimmen
und so bestimmte, an das Geschlecht gebundenen genetische
Erkrankungen zu verhindern. Im zweiten, nicht in allen europäischen
Ländern erlaubten Verfahren werden bereits gezeugte
Embryonen in einem frühen Entwicklungsstadium untersucht.
Nur die hinsichtlich des untersuchten Gendefekts gesunden
Embryonen werden in die Gebärmutter der betreffenden
Frau übertragen. Dieses Verfahren wird als Präimplantationsdiagnostik
(PID) bezeichnet.
In den letzten Jahren haben Wissenschaftler sowohl hinsichtlich
des Verständnisses des menschlichen Erbguts als auch
in Bezug auf die technischen Fähigkeiten, Gene
zu verändern oder auszutauschen, erhebliche Fortschritte
erzielt. In Zukunft wird es wohl möglich sein, im Labor
genetisch bedingte Krankheiten zu "heilen", indem
in den Zellen eines Embryos der betreffende defekte DNA-Abschnitt
durch "gesunde DNA" ersetzt wird. Wird eine solche
Therapie an einer Eizelle, einer Samenzelle oder am sehr frühen
Embryo durchgeführt, so wird die genetische Veränderung
an alle später entstehenden Zellen dieses Embryos weitergegeben
und man spricht von Gentherapie in der
Keimbahn" oder kurz Keimbahn-Therapie".
Eine solche Therapie wurde an Tierembryonen bereits erfolgreich
durchgeführt, beim Menschen ist sie zum gegenwärtigen
Zeitpunkt gesetzlich verboten.
Es ist jedoch gesetzlich erlaubt, defekte Gene in den Körperzellen
eines bereits geborenen Kindes oder eines Erwachsenen zu
verändern, um bestimmte genetische Krankheiten, wie
z.B. zystische Fibrose, zu heilen - dies wird als Gen-Therapie
in Körperzellen bezeichnet.
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